Tagebuch  
     
 

[2008 | 2007 | 2006 | 2005]

Dezember 2006Firtrees

Direkt im Anschluss an Fionas Geburtstag wurden alle vier Beckers von einer grassierenden Magen- und Darm-Infektion in die Betten gestreckt. Als ob wir das gebraucht hätten! Sogar Tante Rosi hatten wir aus Versehen mitverseucht, die uns ein paar Tage versorgt hat. Mich hatte es am schlimmsten erwischt, was meinem gerade so mühsam aufgepäppeltem Gewicht natürlich gar nicht zuträglich war.

Und weil wir alle fix und foxi waren, sind wir über Weihnachten einfach in die Eifel abgehauen. Papa hat einen tollen Bauernhof ausfindig gemacht, mit vielen Tieren, Schwimmbad und Sauna. Ich habe die Kaninchen und Ziegen gestreichelt, am 2. Feiertag konnten wir sogar die Geburt eines kleinen Lämmchens live miterleben. Und schwimmen waren wir jeden Tag. Das macht grossen Spass, Fiona hat mir jetzt ihre alten Schwimmflügel geschenkt. Damit kann ich mich schon gut alleine über Wasser halten und sogar hundeartig vorwärts paddeln. Nur das Wasser könnte für meinen Geschmack etwas wärmer sein - nach 15 Minuten muß Mama mich immer unter der heissen Dusche wieder auftauen. Deswegen gehen wir auch nicht weiter zum Babyschwimmen, ich bin danach immer blau gefroren. Vielleicht wärmt die anderen ihr Speck auf den Rippen?

Der Weihnachtsmann hat mich - vermutlich aufgrund der Intervention meiner Mutter - nur bescheiden bedacht. Während meine Schwester überhäuft wurde, habe ich einige Bilderbücher und ein ganz schönes Telefon bekommen. Dann brauchen mir meine Eltern nicht immer ihres zu überlassen. Meins ist viel bunter und klappert auch. Das beste Spielzeug hat sowieso die Mama in ihren Schubladen: Besteck, Brettchen, Schüsseln und Töpfe... Und all die anderen fabelhaften Dinge des Haushaltes kann man ja mal in einen anderen Kontext bringen. Das macht grossen Spaß, die Zahnbürste im Kühlschrank, der Deckel von der Thermoskanne im Lego-Eimer, der Hausschuh im Blumentopf und die angebissenen Äpfel vorsichtshalber ins Bett.

Silvester gab es bei Rüschstroers Käsefondue. Mochte ich nicht. Aber vor den Treppen gibt es da keine Gitter, DAS fand ich klasse. Klettern, Treppensteigen und Rolltreppe fahren sind derzeit meine grossen Leidenschaften. Die Knallerei habe ich im meinem Kinderwagen glatt verschlafen. Naja, sogar die drei "grossen" Mädels lagen friedlich schlummernd in ihren Betten. Fiona hat zum ersten Mal auswärts übernachtet (grosses Abenteuer!) und Papa mußte sie am Neujahrsnachmittag regelrecht nach Hause locken.

November 2006Bluetoucan

Jetzt habe ich auch ein Paar schöne rote Winterstiefel, ganz neu, mal nicht von den Cousins oder meiner grossen Schwester. Naja, warm sind sie wohl, aber barfuss läufts viel besser. Merkwürdige Geh-Klötze. Sie behindern beim Hinsetzen, beim Erklettern der Rutsche und beim Aus-dem-Hochstuhl-steigen ganz erheblich.

Fiona entdeckt zu meiner grossen Freude, dass man mittlerweile mit mir sogar spielen kann. Ich kann der Passagier in einem ihrer zahllosen Pferdchenschlitten aus Bettdecken sein oder das zu fütternde Baby. Nur mit ihren Büchern ist sie ausserordentlich pingelig, die darf ich nicht haben. Dabei schmecken sie so lecker! Oma und Opa haben mir eine tolle Lok geschenkt, auf die man Holzringe aufstecken und die man hinter sich herziehen kann. Darin bin ich schon ziemlich geschickt und produziere auch die zugehörigen lautmalerischen Schnauf-Geräusche.

Ansonsten bin ich sprachlich eher zurückhaltend. Böse Zungen sagen, na wenigstens eine in der Sippe... Mit "Mama", "DA" und spitzen Schreien in der Lautstärke eines Starfighters komme ich ganz gut durch, wozu braucht man den Rest?

Nach dem Alarm vom letzten Monat habe ich mich dank regelrechter Fressattacken auf 8.400 Gramm hochgearbeitet, das ist nicht gerade speckig, aber die Richtung stimmt wieder. Mama hat trotzdem eine Kur für alle beantragt.

Oktober 2006Yellowhappyalien

Anfang des Monats hatte mich zur Verzweiflung meiner Mutter eine Magen-Darm-Geschichte gepackt und meinen ohnehin beklagenswerten Appetit vollends ruiniert. Meine Beine waren so dünn, dass nicht mal mehr die Wegwerf-Windeln richtig abdichten konnten - was angesichts meiner zuvor angeführten Leiden wirklich nicht witzig war. Trotz Vollstillung war sogar Dr. Schoberth besorgt und raunte bei anhaltenden Beschwerden von einem notwendigen Krankenhausaufenthalt. Hat sich nach einer Woche aber erübrigt.

Nach der Genesung habe ich mich dann mit Elan und grossem Engagement dem Laufen zugewenden, mit vollem Erfolg. Um ehrlich zu sein, war ich nämlich vergangenen Monat ziemlich beleidigt, weil Fiona neue Winterschuhe gekommen hat und ich nicht. Mit der lapidaren Begründung, ich könne schließlich noch nicht laufen, skandalös, oder? Jetzt kann ichs, sogar freihändig wieder aufstehen klappt gut. Und die Treppe ist auch ein grosser Spaß - bösartig wird sie aber stets mit Gittern verriegelt.

September 2006Quadropedalien

Da helfen auch keine beschönigenden Reden und Euphemismen: ich bin ein grosser Schreihals und eine lautstarke Krakele. Mama ist zuweilen ganz schön genervt, weil ich ständig an ihren Hosenbeinen klebe und es ausser ihr niemanden zu geben scheint, der würdig genug wäre, mich herumzutragen oder zu füttern.

An meinem ersten Geburstag waren wir im Kölner Zoo und haben uns das neue Elefantenbaby angesehen. Ich habe es verschlafen. Dagegen fand ich interessant: Meine Schwester, den Sand auf dem Spielplatz und die umherflatternden Tauben.

Einen "Lauflernwagen" aus dem berühmten schwedischen Kaufhaus habe ich bekommen, für die HABA-Variante waren meine Eltern doch zu geizig. Im Garten schnurre ich damit ganz gut ab, im Haus gibts noch zu viele Ecken und Stolperfallen. Außerdem fürchtet Papa um die Schönheit der Türzargen, kleinlich.

Die letzten schönen Spätsommertage haben wir im Garten verbracht. Ich habe jetzt eine eigene Schaukel und finde es grosse Klasse, wenn meine Schwester mich kräftig anschubst. Allerdings hat sie mich neulich mal eingedreht und dann ganz schnell wieder austrudeln lassen - ich war stocksteif und hatte einen schweren Drehwurm. Da mußte Mama lange kuscheln und beruhigen.

August 2006Redandpurpleraptor

Tja, Mamas Päppelversuche haben nix genützt - ich entziehe mich ihnen ja auch trickreich! Dr. Schoberth bescheinigt bei der U6, dass ich noch dünner bin, als sintemalen meine Schwester. Knappe 7.600 Gramm auf stolze 75 cm verteilt, da ist vom berühmten Babyspeck keine Spur zu sehen.

Was bei meinem erlesenen Geschmack auch nicht verwunderlich ist. Obst braucht der Mensch gar nicht, allenfalls kleine Mengen Banane. Gemüse ziert den Fußboden sehr viel besser, als meinen Teller. Ach was Teller, der soll auch lieber unterm Tisch liegen. Her mit dem Löffel oder der Gabel und ran an die Nudeln. Fabelhafte Erfindung, reicht eigentlich schon an Nahrungsmitteln. Kartoffeln, am liebsten gebraten oder als Pommes sind auch noch in Ordnung und Käsebrot. Auf jeden Fall muß ich es mir SELBER in den Mund stopfen. Alles andere habe ich mal probiert, aber phfffff, es gibt mir nichts. Mama ist nach den Mahlzeiten zuweilen kurz vor dem Herzriss und nahe dran, mir die Butter intravenös zu verabreichen. Da ziehe ich aber Mamamilch aus den bekannten Gefäßen entschieden vor!

Gegen Ende des Monats habe ich zwei wunderbare neue Schneidezähne oben bekommen, die werden jetzt auch mit einer Zahnbürste geputzt. Das ist ja ein lustiges Spiel! Ich entwende Mama die Bürste und versuche dann, IHRE Zähne zu schrubben. Ganz schön schwer, wenn der andere so rumzappelt.

An einem Sonntag hat es Famile Becker tatsächlich nochmal ins Kerpener Schwimmbad geschafft. Mit Fionas Schwimmflügeln fühle ich mich im Babybecken pudelwohl und plansche munter vor mich hin. Ab Oktober will Mama mit mir nach Frechen zum Babyschwimmen. Nach einem Jahr haben wir endlich einen freien Platz ergattert.

Juli 2006Mossie

Ende des Monats haben sich die beiden oberen Schneidezähne durchgebohrt, und obwohl sie noch ganz kurz sind, kann ich schon fürchterlich mit ihnen knirschen. Und beissen auch: Ahornsamen, Gänseblümchen, Krümel aller Art, Kastanien vom letzten Herbst, Zeitungspapier, kurz alles, was sich nicht schnell genug davon macht.

Im Garten kann ich mich mittlerweile damit anfreunden, auf dem Rasen zu krabbeln (fand ich anfangs ganz ekelhaft) und auch ein Besuch im neuen Planschbecken war spritzig-witzig. Der Sandkasten kann mir aber gestohlen bleiben - igitt, wie das überall klebt. Man reiche mir die Förmchen und Schaufeln nach draussen bitte. Die Mücken haben mich nachts arg zerstochen, deshalb hat Mama jetzt über unsere Betten wundervolle Moskitonetze gehängt: Ich habe rosa Schmetterlinge und Fiona hat rote Rosen drauf. Mal sehen, was die Blutsauger dazu sagen!

Die Treppengitter mussten meinetwegen wieder montiert werden. Das Erdgeschoss habe ich schon gut erkundet, die unteren Schubladeninhalte wurden dabei mehrfach umorganisiert. Fiona und Sebastian haben IN meinem Schrank Boot gespielt und dabei ein Schubladenaufdeck abgerissen, da hat Mama aber doch ordentlich geschimpft.

Juni 2006Smallorangedinosaur

Hurra, hurra, der erste Zahn ist da! Am 06.06.2006 (was für ein schönes Datum) hat sich ganz klassisch und problemlos unten links der erste Beisser ertasten lassen. Jetzt wollen alle in meinen Mund gucken oder gar dran rumfummeln, unglaublich. Ich versuche derweil, diesen neuen Fremdkörper mit der Zunge nach draussen zu schubsen, funktioniert aber nicht. An Opa Hermanns Geburtstag gab´s dann einen Kollegenzahn unten links.

Ich sitze jetzt im Hochstuhl bei Tisch und das ist richtig klasse. Ein vollwertiges Familienmitglied, wie es sich gehört. Ausserdem kann ich dann meine grosse Schwester anhimmeln und mir von den anderen Tellern die besten Brocken wegschnappen. Leider werde ich dabei mit so einem Hundegeschirr um die Brust angeschnallt. Meine Mama hatte sich anfänglich noch dagegen gewehrt, aber dann eingesehen, dass sie sonst für mich noch vier Hände mehr braucht. Stehen, zappeln, Blumen runterwerfen, Löffel trommeln , Brotkrumen angeln, Katzen mit Tee begiessen, Tischdecke anbeissen, laut kreischen, Essen zermatschen, Essen ausspucken - kann ich locker alles gleichzeitig!

Aufstehen, wieder hinsetzen, wieder aufstehen kann ich stundenlang. Am Sofa entlangschleichen klappt noch nicht ganz, aber ich arbeite dran.

Mai 2006Fatbird

Urlaub haben die Beckers gemacht, im Emsland in Schloss Dankern. Die ganzen Attraktionen waren mir vollkommen wurscht, aber ich wurde viel draussen im Kinderwagen rumkutschiert. Das war nett, vor allem auf dem Bauch liegend zum rauslünkern. Zu Hause hat Mama direkt den Buggy entmottet, vorbei die Zeit der blauen Babygondel.

Ich kann mich jetzt alleine fortbewegen, sieht aus, wie eine Mischung aus Frosch und Seerobbe. Und was hat man davon? Im Laufstall wird man geparkt! Der steht zwar in der Küche, aber das hilft Forschernaturen auch nicht weiter. Fionas Kaufladen ist ohnehin viel interessanter, als meine Greiflinge und Beissringe. Auch die Mülltüten rascheln und bieten ein breites Betätigungsfeld. Gina und Tinchen finde ich ebenfalls hoch aufregend, sie sind nur noch zu schnell für mich. Wartet mal ab ihr Pelzlumpen, das wird sich bald ändern...

April 2006Brightgreenbug

Die U5 ist unspektakulär verlaufen: wie ehedem Fiona bin ich gross für mein Alter (72 cm) und für meine Größe zu dünn (6.800 gr). Aber sonst war Dr. Schoberth ganz zufrieden mit mir. Meine Eltern und Schwester sind dies sowieso. Bis auf meine lautstarken Missmutsbekundungen entwickele ich mich zum echten Wonneproppen.

März 2006Fly

Da in Kürze die U5 ansteht, füttert Mama mich mit allem, was sie für nahrhaft und gesund hält. Sie will mich noch ein wenig aufpäppeln, damit nicht wieder das Gewicht bekrittelt wird. Essen finde ich mittlerweile gut, wobei der Brei alsbald abgeschafft werden kann. Die anderen haben immer viel interessantere Sachen auf ihren Tellern. Aber gegen eine gepflegte Portion Mamamilch ist natürlich auch nichts einzuwenden.

Ich kann auf dem Bauch liegend meinen Popo anheben, Spielzeug von einer in die andere Hand wechseln, so laut kreischen, daß alle Ohrenschmerzen bekommen und die Gläser im Schrank zittern, Haare ziehen, sehr feucht küssen und was man eben noch so mit 7 Monaten kann: Japanisch schreiben, 50 Meter tief tauchen etc. (letzteres halte ich aber noch geheim...)

Aufgrund meiner Größe bin ich vom Stubenwagen zum Schlafen in Papas bzw. Fionas altes Kinderbett umgezogen. Es liegt und schläft sich recht gut dort, unlängst habe ich glatt vergessen, nachts noch eine Mahlzeit einzufordern. Mama war morgens um 7 Uhr ganz besorgt, dabei behauptet sie ständig, sie wolle mal wieder durchschlafen. Ja, was denn jetzt?

Februar 2006Purplefrog

Diesen Monat war ich häufiger misslaunig. Mama dachte bereits, daß ein Zahn unterwegs wäre. Hat sich aber noch keiner gezeigt. Fiona gibt sich große Mühe, mich mit Spielzeug und allerlei Faxen zu unterhalten. Das finde ich meistens gut. Mama gibt sich große Mühe, mir alle möglichen Nahrungsmittel einzuflößen. Das finde ich meistens doof. Am interessantesten daran ist immer der Löffel. Und jetzt fangen sie auch noch an, mich in meinem Zimmer schlafen zu legen. Das ist ja wohl die Höhe, ich will in Mamas Bett bleiben.

Als gute Rheinländer haben wir alle zusammen die Karnevalsumzüge in Brauweiler und Glessen besucht. Mama hat für meine Schwester und mich Katzenkostüme genäht und weil wir darin als Doppelpack so süß aussahen, hat man uns mit besonders vielen Kamellen beworfen. Wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich die probieren kann.

Januar 2006Bignosedfly

Am 11.01.2006 habe ich mich zum erstem Mal ganz alleine auf den Bauch gedreht, gegen Ende des Monats gehört Rumdrehen bereits zu meinem Standard-Programm. Damit ich dazu die erforderlichen Energiereserven habe, hat Mama mich versuchsweise mal mit "Festbrennstoffen" versorgt. Am besten hat mir davon noch der Kartoffelbrei gefallen, Möhre geht so, Birne und Banane sind einfach nur igittigitt. Wir haben uns daher geeinigt, es vorerst noch bei Mamamilch zu belassen. Die U4 bescheinigt auch lange 64 cm und knapp 5800 Gramm, was recht schlank ist.

Ich kann jetzt mit den Händen nach einem Seidentuch oder der Raupe greifen, wenn es mir runterfällt, kommt mir meine große Schwester zu Hilfe. Sie hat mir auch einen Bären und einen Ball aufgehängt, die ich mit den Füssen traktieren kann. Das habe ich mir beim Kinderturnen abgeguckt, wo ich oft mit hingenommen werde. Im Tragetuch will ich jetzt immer vorwärts sitzen, damit ich was sehen kann. Freundliche Mitmenschen begrüße ich mit einem strahlenden (wenn auch zahnlosen) Lächeln und jeder Menge erstklassiger Spuckebläschen. Mama hängt mir deshalt immer so ein John-Wayne-Tuch um, kleinlich...

 
 
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